Traumafolgestörungen und Posttraumatische Belastungsstörung

Nicht wenige Menschen (ca. 50 %) erleben mindestens einmal in ihrem Leben ein extrem belastendes Ereignis oder eine Situation außergewöhnlicher Bedrohung der körperlichen Unversehrtheit ihrer selbst oder anderer Personen (Unfälle, Überfälle, Vergewaltigungen, Misshandlung, Entführung, Naturkatastrophen, Kriegserfahrungen). Hat eine Person ein solches Ereignis erlebt oder beobachtet, reagieren die Betroffenen dabei mit intensiver Furcht, Hilflosigkeit oder Entsetzen. Da diese Erfahrungen so ungewöhnlich und belastend sind führen sie unter Umständen zu Überforderung und werden infolgedessen unzureichend verarbeitet. Fast alle Menschen, die ein traumatisches Ereignis erlebt haben, zeigen zunächst eine starke akute Belastungsreaktion. Dies ist eine normale Reaktion. Ein Teil der Betroffenen, ca. 20 Prozent, entwickelt in der Folge eine Posttraumatische Belastungsstörung (PTBS). Folgende Symptome sind typisch für eine Posttraumatische Belastungsstörung: 

  • das ständige Erinnern oder Wiedererleben des traumatischen Ereignisses in Gedächtnis, Tagträumen oder Träumen. Die Betroffenen erleben dies so, als befänden sie sich wieder unmittelbar in der traumatischen Situation (sogenannte Flash-Back-Erlebnisse),
  • das Vermeiden von Aktivitäten und / oder Situationen, die mit dem Trauma verbunden sind oder daran erinnern, 
  • oftmals Gleichgültigkeit gegenüber anderen, das wiederkehrende Gefühl, nichts zu spüren, wie betäubt zu sein, 
  • Aufmerksamkeits- und Konzentrationsstörungen, Schreckhaftigkeit, Schlafstörungen, Reizbarkeit, Panikattacken. 

 

 

 

 

 

(Quelle: Neudeck, Dr., Psychologe, Köln, Mühlig, Prof. Dr.; Stephan. (2020). Therapie-Tools Verhaltenstherapie : Therapieplanung, Probatorik, Verhaltensanalyse : Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial (2., vollständig überarbeitete Auflage ed., Therapie-Tools). Weinheim.)