Zwangsstörungen

Zwangsstörungen werden in der Öffentlichkeit immer wieder mit etwas Bizarrem, Ungewöhnlichem in Zusammenhang gebracht. Dabei kennen wir alle Formen von leichtem zwanghaften Verhalten oder Gedanken: Das Radio dudelt ein Lied, das uns danach nicht mehr aus dem Kopf gehen will oder wir zählen von zehn bis null rückwärts, wenn wir in einem Aufzug stehen. Hierbei handelt es sich um Gedanken oder Rituale, die bei vielen Menschen vorkommen und sie nicht oder kaum behindern. Die Zwangserkrankung dagegen ist eine psychische Störung, die eine starke Einschränkung im Leben der Betroffenen darstellt. Von einer Zwangserkrankung sprechen wir, wenn 

  • die Betroffenen stark unter ihrem Verhalten leiden, 
  • sie in ihrem Alltag stark beeinträchtigt sind, 
  • sie sehr viel Zeit und Energie durch dieses Verhalten verlieren, 
  • sie ihr Verhalten als sinnlos und unbeeinflussbar ansehen.

Im Rahmen der Zwangsstörungen wird zwischen Zwangsgedanken und Zwangshandlungen unterschieden. Zwangsgedanken sind Ideen, Vorstellungen oder Impulse, die sich aufdrängen, wiederholen, quälend sind und nicht durch Willensanstrengung beeinflusst werden können. Zwangshandlungen sind Handlungsstereotypien und bestehen oft aus Kontroll- oder Reinigungshandlungen.

 

(Quelle: Neudeck, Dr., Psychologe, Köln, Mühlig, Prof. Dr.; Stephan. (2020). Therapie-Tools Verhaltenstherapie : Therapieplanung, Probatorik, Verhaltensanalyse : Mit E-Book inside und Arbeitsmaterial (2., vollständig überarbeitete Auflage ed., Therapie-Tools). Weinheim.)